1. Der Einstieg in die WKOÖ-Reform: Ein historischer Schulterschluss
Besonders zukunftsweisend zeigt sich der gemeinsame Reform-Antrag, den der SWVOÖ in einer breiten Allianz mit dem Wirtschaftsbund, der Grünen Wirtschaft, der Industriellenvereinigung, den UNOS sowie der Fraktion WIR eingebracht hat. Das ambitionierte Ziel lautet: Weniger Kosten bei mehr Leistung sowie eine intelligente Bündelung der Ressourcen über Ländergrenzen hinweg.
Der Beschluss umfasst die ersten konkreten Meilensteine dieses Transformationsprozesses:
- Stärkung der WKO als echte Interessenvertretung: Die Kernkompetenz der Kammer als starke Stimme für die Betriebe wird wieder in den Fokus gerückt.
- Senkung der Kammerumlage 2 (KU2): In verbindlichen 3-Jahresschritten wird die KU2 auf einen Satz von 0,16 abgesenkt.
- Fairness für EPU: Die Grundumlage für Einpersonenunternehmen (EPU) wird umfassend evaluiert, um insbesondere bei Mehrfachmitgliedschaften unfaire Doppel- und Dreifachbelastungen abzufedern.
- Transparenz-Offensive: Einführung einer transparenten Kosten- und Leistungsrechnung (KLR), die Kosten und erbrachte Leistungen für alle Mitglieder klar und nachvollziehbar gegenüberstellt.
- Strukturvereinfachung & Prüfung der KU1: Die Komplexität der Kammerstrukturen wird drastisch reduziert, zudem wird die Kammerumlage 1 (KU1) einer eingehenden Prüfung unterzogen.
Modernisierung des Wahlrechts beschlossen
Ergänzend zur Strukturreform wurde eine umfassende Wahlrechtsreform verabschiedet. Künftig sollen vereinfachte und transparentere Wahlmodi durch automatisierte Wahlkartenanträge die demokratische Teilhabe erleichtern. Zudem wird die Einführung digitaler und hybrider Wahlformate geprüft, um das System zeitgemäß aufzustellen.
SWVOÖ-Präsident Manfred Zaunbauer zum Reform-Antrag:
„In der Taskforce WKO Reform wurde klar, dass wir ein gemeinsames Ziel haben: Eine Wirtschaftskammer, die für ihre Mitgliedsbetriebe einen spürbaren Mehrwert liefert. Aber: Dieser Antrag ist der erste Schritt. Nicht mehr und nicht weniger. Wir haben heute Handlungsempfehlungen beschlossen, die erst dann zur Reform werden, wenn sie umgesetzt werden. Deshalb werden wir dranbleiben und auch klare Ergebnisse einfordern. Der SWV wird seinen Beitrag dazu leisten – konstruktiv, sachlich und beharrlich.“
2. Einstimmige Beschlüsse zu den SWV Anträgen: Steuerentlastung und Bürokratieabbau direkt im Betrieb
Neben den strukturellen Weichenstellungen konnte der SWVOÖ gemeinsam mit Partnern handfeste wirtschaftliche Erleichterungen durchsetzen, die vom Wirtschaftsparlament einstimmig angenommen wurden:
- Betriebliche Mobilität entlasten: Ein gemeinsamer Antrag von SWVOÖ und Wirtschaftsbund OÖ sichert Unternehmen sowie Beschäftigten dringend benötigte Planungssicherheit. Die bestehende E-Mobilität wird auch weiterhin steuerlich begünstigt, um den nachhaltigen Fuhrparkumbau wirtschaftlich attraktiv zu halten.
- Mehr Spielraum für Teambuilding und Betriebsveranstaltungen: Mitarbeiterbindung wird belohnt: Der jährliche Steuerfreibetrag für Betriebsveranstaltungen soll von bisher EUR 365,- auf zeitgemäße EUR 500,- pro Mitarbeiter:in erhöht werden. Gleichzeitig werden endlich klare, rechtssichere Regelungen für moderne Teambuildingmaßnahmen geschaffen.
- Schluss mit dem Steuer-Dschungel bei Essensaufwendungen: Die aktuelle Rechtslage rund um die Absetzbarkeit von Essensaufwendungen als Betriebsausgabe ist komplex, widersprüchlich und völlig praxisfern. Das unübersichtliche Nebeneinander unterschiedlicher Behandlungen verursacht enormen bürokratischen Aufwand. Die beschlossene Forderung nach einheitlichen Regeln sorgt für echten Bürokratieabbau, erleichtert Betriebsprüfungen, entlastet die Betriebe und stärkt gleichzeitig die regionale Gastronomie.
- Kaufkraft stärken durch Mitarbeiter:innengeschenke: Zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität wird die steuerfreie Pauschale für Mitarbeiter:innengeschenke erhöht. Zudem soll hierfür künftig der Vorsteuerabzug zugelassen werden. Das stärkt die regionale Kaufkraft im Handel und hilft den Betrieben, wertvolle Fachkräfte langfristig zu binden.
Fazit: Der SWVOÖ zeigt einmal mehr: Durch konstruktive, sachliche und überfraktionelle Arbeit auf Augenhöhe lassen sich echte, spürbare Verbesserungen für den oberösterreichischen Wirtschaftsstandort realisieren. Wir bleiben für Sie an der Umsetzung dran!