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Wirtschaftstalk „Arbeit.Wirtschaft.Zukunft“ in Linz-Land: Wo die heimische Wirtschaft drückt – und was jetzt passieren muss

Beim Wirtschaftstalk „Arbeit.Wirtschaft.Zukunft“ diskutierten rund 100 Gäste mit Landesrat Martin Winkler, Investor & SWV Österreich Präsident Bernd Hinteregger und SWV OÖ-Vizepräsidentin Carina Schmiedseder über die aktuelle Lage der heimischen Wirtschaft. Im Mittelpunkt standen Inflation, hohe Energiekosten und Bürokratie, die Betriebe bremsen und Investitionen erschweren. Der Abend endete mit einem klaren Appell: Energiekosten senken, Bürokratie abbauen und die Kammerreform zügig vorantreiben, um den Standort zu stärken.

Was Unternehmen derzeit ausbremst: Inflation, Energiekosten, Bürokratie

Schon zu Beginn zeichnete sich ab, welche Themen die Unternehmer:innen und Interessierten im Raum besonders beschäftigen: Inflation, hohe Energiekosten und eine als übermäßig empfundene Bürokratie.

Diese drei Faktoren greifen ineinander – und genau darin liegt das Problem: Wenn Kosten steigen, die Planbarkeit sinkt und gleichzeitig Prozesse immer komplexer werden, leidet nicht nur die Stimmung, sondern vor allem die Investitionsbereitschaft. Betriebe überlegen zweimal, ob sie erweitern, neue Mitarbeiter:innen aufnehmen oder innovative Projekte starten, wenn die Rahmenbedingungen unsicher wirken oder Entscheidungen zu lange dauern.

Am Podium wurde betont, dass gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) besonders stark betroffen sind: Während größere Konzerne oft eigene Abteilungen für Förderungen, Recht und Verwaltung haben, muss im Mittelstand vieles „nebenbei“ erledigt werden – häufig von den Unternehmer:innen selbst.

Bild: Martin Winkler, Bernd Hinteregger und Carina Schmiedseder diskutieren über die Wirtschaftslage

Kritik an Tempo und Rahmenbedingungen: Wenn Stillstand teuer wird

Ein zentraler Punkt des Abends war die Frage nach dem Tempo politischer Umsetzung. Landesrat Martin Winkler warnte davor, dass wirtschaftliche Schäden entstehen können, wenn Fördermittel und zentrale Projekte nicht konsequent und rasch umgesetzt werden. Denn selbst gut gemeinte Maßnahmen helfen wenig, wenn sie in der Praxis nicht ankommen – oder zu spät greifen.

Bernd Hinteregger nahm vor allem die Genehmigungsprozesse in den Blick: Lange Verfahren und unübersichtliche Zuständigkeiten würden Innovationen verzögern und Österreich im internationalen Vergleich schwächen. Wenn Unternehmen Wochen oder Monate auf Entscheidungen warten, entstehen nicht nur Kosten – es geht auch wertvolle Zeit verloren, in der neue Produkte, neue Standorte oder Modernisierungen längst umgesetzt sein könnten.

Das Thema ist dabei nicht nur ein „Ärgernis“, sondern ein echter Standortfaktor: In einer Wirtschaft, in der Geschwindigkeit zunehmend über Wettbewerbsfähigkeit entscheidet, wird Bürokratie schnell zur Wachstumsbremse.

Kammerreform und Bürokratieabbau: Mehr Einbindung, weniger Papier

Im nächsten Teil der Diskussion ging es um strukturelle Reformen, vor allem um die Kammerreform und den Bürokratieabbau.

Bernd Hinteregger unterstrich die Bedeutung einer Kammerreform und verwies auf Initiativen, die Unternehmer:innen stärker einbinden sollen. Der Gedanke dahinter: Wer täglich in Betrieben Entscheidungen trifft, Personal führt und Verantwortung trägt, sollte in wirtschaftspolitischen Fragen nicht nur „betroffen“, sondern auch hörbar und wirksam beteiligt sein.

Carina Schmiedseder brachte die Perspektive aus der Praxis besonders greifbar auf den Punkt: Ein erheblicher Teil der Arbeitszeit fließe nicht in Entwicklung, Kunden oder Mitarbeiterführung, sondern in Backoffice, Steuern, Buchhaltung und Förderansuchen. Gerade Förderungen, die eigentlich unterstützen sollen, werden in der Realität oft zur Zusatzbelastung – weil Anforderungen uneinheitlich sind und Abläufe kompliziert bleiben.

Ihre Forderung war klar: einheitlichere Prozesse, klarere Richtlinien und eine spürbare Entlastung – damit Unternehmen sich wieder stärker auf das konzentrieren können, was Wertschöpfung schafft.

Fazit des Abends: Die Richtung ist klar – jetzt braucht’s Umsetzung

Der Tenor des Wirtschaftstalks war eindeutig: Wenn Oberösterreichs Wirtschaft wieder mehr Schwung bekommen soll, braucht es rasch wirksame Maßnahmen. Im Mittelpunkt standen drei zentrale Hebel:

  • sinkende Energiekosten, um Betriebe planbarer und wettbewerbsfähiger zu machen

  • echter Bürokratieabbau, der sich im Alltag spürbar auswirkt

  • zukunftsgerichtete Kammerreform, die Unternehmer:innen stärker einbindet und Prozesse verbessert

Der Abend zeigte: Die Herausforderungen sind bekannt – und die Betriebe sind bereit, ihren Beitrag zu leisten. Damit das gelingt, braucht es jedoch Rahmenbedingungen, die nicht bremsen, sondern ermöglichen.

Das ist ein wichtiger Punkt: Es geht nicht um eine Symbolaktion – sondern um einen Prozess, der Beiträge sichtbar machen und weiterentwickeln soll.

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