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Bild: SWV OÖ beim Wirtschaftstalk in Wien

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SWV Wirtschaftstalk Wien: Österreich gemeinsam nach vorne bringen

Letzte Woche waren wir in Wien beim Wirtschaftstalk von SWV-Präsident Bernd Hinteregger. Gemeinsam mit Barbara Teiber, Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig und Rainer Will wurde über Wirtschaftsstandort, Arbeitsmarkt und den Handel in herausfordernden Zeiten diskutiert.

Vergangene Woche war der SWV Oberösterreich in Wien zu Gast, um am Wirtschaftstalk von SWV-Präsident Bernd Hinteregger teilzunehmen. Gemeinsam mit Barbara Teiber (Nationalrätin und GPA-Vorsitzende), Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig sowie Rainer Will (Geschäftsführer Handelsverband Österreich) wurde intensiv über aktuelle Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort, den Arbeitsmarkt und den heimischen Handel diskutiert.

Trotz unterschiedlicher Perspektiven zeigte die Runde klar: Österreich braucht mutige Schritte, um Wirtschaftskraft, Sozialstaat und regionale Betriebe nachhaltig zu stärken.

Gemeinsame Anliegen: Inflation bekämpfen, mehr Fairness und wirtschaftliche Basis stärken

Bereits von Beginn an herrschte Einigkeit über drei zentrale Punkte:

  • Die Inflation muss spürbar bekämpft werden.
  • Auch für große China-Plattformen wie Temu & Co braucht es faire Regeln und klare Haftung.
  • Eine starke Wirtschaft ist Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Sozial- und Gesundheitssystem.

Starke Aussagen aus der Diskussionsrunde

Im Folgenden die prägnantesten Botschaften der Podiumsgäste – thematisch gebündelt:

Sozialpartnerschaft & Zusammenarbeit

„Mir ist der Diskurs mit den Arbeitgebern wichtig. Es ist ein wichtiger Austausch, kein Gegeneinander!“ – Barbara Teiber

Inflation & Wertschöpfung

„Wir müssen die Wertschöpfungskette entlang der Lieferkette genau analysieren, um Inflationstreiber zu identifizieren.“ – Ulrike Königsberger-Ludwig

„Vier Insolvenzen pro Werktag im Handel – oft wegen hoher Strompreise. Das betrifft ganze Familien.“ – Rainer Will

„Es kann nicht sein, dass wir trotz harter Arbeit real ärmer werden. Unsere Ideen wären eine Digitalsteuer oder Importbesteuerung für China-Waren.“ – Barbara Teiber

Inflation & Wertschöpfung

„Wir müssen den Strompreis endlich vom Gaspreis entkoppeln. Sonst wird regionales Einkaufen weiter verdrängt.“ – Rainer Will

„Ich verstehe nicht, warum die Netzkosten von Konsument:innen getragen werden und nicht aus den Gewinnen der Energiekonzerne.“ – Rainer Will

Mehr Transparenz für Konsument:innen

„Den Österreichaufschlag müssen wir auf EU-Ebene eliminieren.“ – Ulrike Königsberger-Ludwig

„Rabatte müssen transparent sein – 40 % aller Einkäufe sind Rabattkäufe. Täuschung darf es keine geben.“ – Ulrike Königsberger-Ludwig

„Auch der Handel unterstützt ein Shrinkflation-Gesetz.“ – Rainer Will

Bürokratie abbauen

„Unser Verwaltungsapparat ist zu groß – selbst Bezirkshauptmannschaften und Bundesrat sollten auf den Prüfstand.“ – Bernd Hinteregger

„Wir brauchen einen großen Wurf in der Entbürokratisierung.“ – Rainer Will

Sozialstaat, Gesundheit & Wirtschaft – eine gemeinsame Verantwortung

„Für einen starken Sozialstaat brauchen wir eine starke Wirtschaft sowie neue Einnahmequellen – auch eine Vermögenssteuer kann diskutiert werden.“ – Ulrike Königsberger-Ludwig

„Öffentliche Gesundheit muss Priorität haben. Wichtig ist ein einheitlicher Leistungskatalog.“ – Ulrike Königsberger-Ludwig

„Mit Schlechtreden kommen wir nicht weiter – wir müssen positiv bleiben und am Wirtschaftsstandort arbeiten.“ – Bernd Hinteregger

„Wir dürfen keine Angst verbreiten, sondern reale Probleme lösen. Morgen soll es besser sein als heute.“ – Ulrike Königsberger-Ludwig

Handel & globale Wettbewerbsverzerrungen

„70 % der Käufe wandern ins Ausland ab. Temu & Co wachsen um 60 %, während die USA Einbrüche verzeichnen.“ – Rainer Will

Problematik der Nah-Ost-Pakete

„Es geht um entgangene Steuern, hohe Folgekosten und gesundheitliche Risiken – viele Produkte weisen erhöhte Bleiwerte auf.“ – Rainer Will

„Plattformhaftung ist notwendig. Bei falscher Deklaration müssen empfindliche Strafen folgen.“ – Rainer Will

Sonntagsöffnung – klare Haltung aus dem Handel

„97 % der Handelsbeschäftigten wollen nicht am Sonntag arbeiten. Für viele ist es der einzig planbare Tag.“ – Barbara Teiber

„In Tourismuszonen sehen wir Spielraum, aber Wien ist schwer abzugrenzen. Gewinner wären vor allem große Einkaufszentren.“ – Barbara Teiber

„Für die meisten Betriebe ist Sonntagsöffnung finanziell nicht tragbar – der 100-%-Aufschlag ist zu hoch.“ – Rainer Will

Bild: Manfred Zaunbauer zu Handel beim SWVOÖ Wirtschaftstalk
Manfred Zaunbauer, Präsident SWVOÖ und Handelssprecher stellt klar: Auch für Oberösterreichs kleine Handelsbetriebe ist die Sonntagsöffnung bis dato unvorteilhaft.

Arbeitsmarkt: Fachkräfte, Teilzeit und ältere Arbeitnehmer:innen

„Teilzeit darf nicht verteufelt werden – viele Geschäftsmodelle basieren darauf.“ – Barbara Teiber

„Kinderbetreuung, vor allem am Land, schafft echte Wahlfreiheit.“ – Ulrike Königsberger-Ludwig

„Steigende Arbeitslosenzahlen, besonders bei älteren Arbeitnehmer:innen, machen aktive Arbeitsmarktpolitik unverzichtbar.“ – Barbara Teiber

„Wir müssen Anreize für Vollzeit schaffen – davon profitieren alle.“ – Rainer Will

„Arbeitgeber sollen ältere Mitarbeiter:innen nicht freisetzen. Wir brauchen bessere Arbeitsbedingungen, vor allem im Sozial- und Gesundheitsbereich.“ – Barbara Teiber

„Wir fordern, dass Beschäftigte über 55 Jahre nicht mehr zur Kammerumlage gezählt werden – das entlastet Betriebe und schützt Arbeitsplätze.“ – Bernd Hinteregger

Fazit: Gemeinsames Handeln für Österreichs Zukunft

Der Wirtschaftstalk zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig die Herausforderungen sind – von Energiepreisen über internationale Wettbewerbsbedingungen bis hin zu Arbeitsmarkt und Transparenz.

Gleichzeitig wurde deutlich: Nur durch Dialog, faire Rahmenbedingungen und entschlossenes Handeln können Wirtschaft, Sozialstaat und Handel nachhaltig gestärkt werden.

Der SWV wird diese Anliegen weiter aktiv begleiten – für eine starke regionale Wirtschaft, soziale Sicherheit und einen fairen Wirtschaftsstandort Österreich.

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